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Sichere und anonyme E-Mail-Provider (Teil 2)

In einem anderen Artikel hatten wir euch bereits eine Reihe von anonymen und sicheren E-Mail-Anbietern vorgestellt. Da sich der E-Mail-Markt allerdings schnell verändert und immer mehr Dienste hinzukommen, die sich für Datenschutz einsetzen und die Privatsphäre ihrer Nutzer in den Vordergrund stellen, gibt es hier Teil zwei der besten E-Mail-Provider, die es aktuell zu entdecken gibt. 

1. Posteo.de
Privatsphäre: Den deutschen Anbieter Posteo.de hatten wir euch bereits vorgestellt und er ist immer noch das Non plus ultra, was Datenschutz und Verschlüsselung betrifft. Bei der Registrierung muss man keinerlei persönliche Daten angeben und kann sich auch mit einem VPN anmelden, was bei sonst keinem anderen Anbieter der Fall ist. Aber selbst wenn man kein VPN oder TOR verwendet, um sich bei Posteo zu registrieren – Posteo speichert ohnehin niemals die IP-Adresse seiner Kunden.
Posteo setzt unterschiedliche Verschlüsselungsarten an, die an verschiedenen Stellen greifen. Der Zugriff auf die Server des Unternehmens wird mit TSL-Verbindungen verschlüsselt und gleichzeitig mit den Technologien PFS (Perfect Forward Secrecy) und DANE/TLSA gesichert. Letztere verhindern, dass Dritte versuchen, die Verbindungsdaten des Users nachträglich zu entschlüsseln. Zudem werden der E-Mail-Verkehr auf dem Transportweg und die Festplatten aller Posteo-Server verschlüsselt. All das geschieht automatisch, der Nutzer kann per Knopfdruck sicher E-Mails verschicken, ohne sich selbst um die Verschlüsselung durch beispielsweise einen Schlüssel kümmern zu müssen.
Darüber hinaus veröffentlicht Posteo regelmäßig Transparenzberichte, die beispielweise darüber aufklären, wie viele Anfragen von Geheimdiensten das Unternehmen innerhalb eines Monats erhält.
Benutzeroberfläche: Posteo ist auch deswegen unser Favorit, da die Benutzerfläche sehr gelungen ist. Selbst Benutzer, die sich nicht gut mit Computern oder im Internet auskennen, können alles problemlos handhaben. Für uns war neu, dass man eine Nachricht öffnen und gleichzeitig auf die anderen E-Mails im Posteingang zugreifen kann. Das erspart dem Nutzer viel Hin- und Herklicken. Der verschlüsselbare Kalender und das Adressbuch sind weitere nette Zusatzoptionen. Das Postfach bietet 2 GB Speicherplatz und ist erweiterbar.
Preis: 1 € im Monat (auch anonym zahlbar). Es gibt eine 14-tägige Testversion.

2. Protonmail.com
Privatsphäre: Bei dem Anbieter Protonmail.com aus der Schweiz muss man bei der Anmeldung ebenfalls keine personenbezogenen Daten angeben. Man kann sich bei Protonmail allerdings nicht mit einer VPN-Verbindung registrieren und auf der Homepage des Unternehmens wird auch nicht darüber informiert, ob IP-Adressen gespeichert werden. Jedoch schreibt das Unternehmen dort, dass alle Daten der Kunden so verschlüsselt werden, dass sie sogar für Protonmail selbst unzugänglich sind. Die Daten werden mit einem kryptografischen Schlüssel verschlüsselt, auf den der Anbieter keinen Zugriff hat. Somit könnte das Unternehmen auch keine Daten an Dritte weitergeben.
Die Nachrichten werden auf den Servern von Protonmail in verschlüsselter Form gespeichert. Auch zwischen den Servern und Endgeräten werden sie verschlüsselt übertragen. E-Mails zwischen ProtonMail-Nutzern werden ebenso verschlüsselt innerhalb des sicheren Server-Netzwerks übertragen. Da die Daten in allen Schritten verschlüsselt werden, können Nachrichten nicht abgehört werden. Es wird also Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwendet sowie AES, RSA und OpenPGP. Des Weiteren sind alle verwendeten kryptographischen Bibliotheken Open Source. Durch die Verwendung von Open-Source-Bibliotheken kann sichergestellt werden, dass keine Hintertüren heimlich in die verwendeten Verschlüsselungsalgorithmen eingebaut sind.
Es gibt auch einen regelmäßigen Newsletter, der über Neuerungen informiert.
Benutzeroberfläche: Genauso wie bei Posteo ist das Postfach sehr übersichtlich und kann einfach gehandhabt werden. Wenn man eine Nachricht öffnen, ist es ebenfalls möglich, gleichzeitig auf die anderen E-Mails im Posteingang zugreifen zu können. Bei einem kostenlosen Konto stehen 500 MB Speicherplatz zur Verfügung, bei einem kostenpflichtigen Plus-Konto 5 GB Speicherplatz.
Preis: Man kann zwischen einem kostenlosen Basiskonto und einem kostenpflichtigen Plus-Konto (4 € im Monat) wählen.

2. Tutanota.com
Privatsphäre: Genauso wie bei den anderen beiden Anbietern muss man auch bei dem deutschen E-Mail-Dienst Tutanota.com keine persönlichen Angaben machen, um ein Konto zu erstellen. Ebenso wie bei Protonmail kann man sich allerdings nicht registrieren, wenn man ein VPN verwendet. Allerdings lässt sich auf der Homepage des Unternehmens nachlesen, dass es kein IP-Logging gibt.
Bei Tutanota kommt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei folgenden Funktionen zum Einsatz: Beim Speichern der E-Mails und aller Kontaktdetails, bei internen E-Mails sowie bei externen Empfängern. Es gibt darüber hinaus einen verschlüsselten Kalender.
Bei Tutanota ist uns leider folgender Negativpunkt aufgefallen: Man kann keine E-Mail-Adresse von Tutanota verwenden, wenn man sich bei Facebook oder Instagram registrieren oder anmelden möchte. Vermutlich haben Soziale Medien negative Erfahrungen mit Tutanota-Accounts gemacht. Man kann nur hoffen, dass der E-Mail-Anbieter nicht auch bei anderen Internetdiensten auf einer “Blacklist” steht.
Benutzeroberfläche: Bei Tutanota ist die Benutzeroberfläche zwar minimalistisch gestaltet, jedoch ebenfalls sehr übersichtlich. Sowohl bei einem kostenlosen Konto als auch bei einem Premium-Konto steht ein Speicher von 1 GB zur Verfügung.
Preis: Es besteht die Auswahl zwischen einem Free-Account und einem Premium-Account (1, 20 € im Monat oder 12 € jährlich).

Fazit: Bei all diesen Diensten muss man für die Registrierung keine persönlichen Daten wie den Namen oder die Adresse preisgeben und sie sind werbefrei, weswegen sie für Personen, die auf Datenschutz wert legen, sehr zu empfehlen sind. Wir können euch vor allem Posteo.de wärmstens ans Herz legen (auch wenn der E-Mail-Anbieter keinen Free-Account anbietet), da er einfach sehr transparent auftritt. Qualität hat eben ihren Preis! 

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